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NP 24. 12.2010
Familie Förster hat seit vielen Jahren Pflegekinder. Trotz immer wieder einmal auftretender Probleme hält die Familie zusammen.
Von Tanja Kaufmann
Junkersdorf/W - Im Hause Förster geht es rund. Türen klappern, Hunde bellen, zwei Kinder springen durch das Wohnzimmer. Dazwischen unterhalten sich zwei Jugendliche. Und wieder geht die Haustür, ein weiterer junger, Mann tritt ein, er kommt von der Arbeit. Ein Dackel schiebt sich zwischen die Beine des Besuchers, die Kinder lachen. Und zwischendrin sitzt der Fels in der Brandung und strickt Socken: Annegret Förster, Mutter, Oma, Frauchen und Pflegemutter lässt sich durch nichts erschüttern.
"Ich hatte schon immer Kinder", sagt die Junkersdorferin, "seit ich denken kann". Die Liebe zur Jugendarbeit, zum Umgang mit Kindern, vor allem mit den "schwierigen", hat Annegret Förster vor vielen Jahre dazu bewogen, Pflegekinder bei sich aufzunehmen. "Eigentlich kam mein Bruder auf die Idee", erinnert sich die mehrfache Mutter. Vor bald 15 Jahren betreute Annegret Förster schon neben ihren eigenen vier Kindern ein "Tageskind".
Als dessen Vater in Schwierigkeiten geriet, nahm sie die Kleine bei sich auf. Annegret Försters Bruder war seinerzeit im Jugendhilfeausschuss in Lichtenfels und wusste aus dem täglichen Geschäft, dass Pflegefamilien händeringend gesucht werden. "Das wäre doch was für Dich",
sprach er seine Schwester an, "Du kannst das mit den fremden Kindern doch so gut." Also meldete sich Annegret Förster bei ihrer zuständigen Stelle in Haßfurt - und hörte lange Zeit erst einmal gar nichts. Eines Tages aber läutete das Telefon: Eine halbe Stunde später stand der kleine Florian vor ihrer Tür. "Ich sehe ihn noch vor mir, wie er da stand, sein Kindergartentäschchen um den Hals", erinnert sich Annegret Förster. "Er ist ja direkt aus dem Kindergarten geholt und zu mir gebracht worden, nichts weiter bei sich, weil für die Mutter Suizid-Gefahr bestand." Die erste Zeit war schwer, daraus macht die Mutter keinen Hehl. Vor allem ihr Jüngster hatte schwer mit Eifersucht zu kämpfen. "Man muss sich auch immer bewusst machen: Das sind keine einfachen Kinder", erklärt Annegret Förster. Jedes der Kinder, die in Pflegefamilien kommen, sind mit gutem Grund aus ihren Familien genommen worden und haben oft eine schlimme Vorgeschichte. "Das sind andere Herausforderungen", meint Annegret Förster, "die hat man in der eigenen Familie gar nicht."
Doch gemeinsam mit der Unterstützung ihres Mannes Wilhelm, ohne den sie "das alles nicht gepackt hätte", machte sich die Junkersdorferin energisch ans Werk. "Ich mochte schon immer lieber die Herausfordernden, nicht die Lieben und Braven", lacht sie. Zu Florian, der heute am Berufskolleg in Abensberg seine Ausbildung macht, kamen schnell zwei weitere Jungen, die bis heute geblieben sind. Stefan, 18 Jahre, und der 20-jährige Dominik sitzen bei Försters auf der Couch und erinnern sich. Die Brüder kamen aus einem verwahrlosten Haushalt, der dem ursprünglich gesund geborenen Dominik die geistige Gesundheit gekostet hatte. "Da zweifelt man schon an der Menschheit", gesteht Annegret Förster. Packt man das seelisch alles, diese Abgründe, die schwer zu verkraftenden Vorgeschichten? "Man muss", erwidert die patente Frau, "vor allem muss auch der Kontakt zu den Herkunftseltern gewahrt bleiben, und das ist wirklich nicht immer einfach." Zum einen, weil man den verantwortlichen Erzeuger sicher gern selbst etwas antun möchte, zum anderen, weil die Mütter und Väter selbst massive psychische Probleme mitbringen. Stefan möchte seine Mutter nie wieder sehen. Sie hat nach ihm noch vier weitere Kinder bekommen. Um seine Geschwister sorgte er sich und hielt den Kontakt, "bis sie in Sicherheit waren". Dann brach er ihn ab.
Einige Pflege- und Tageskinder kamen dazu, einige wurden in die Familien zurückgeführt. Auch das muss eine Pflegemutter aushalten.
Einmal wäre Annegret Förster beinahe daran zerbrochen - ein Kind, das als Baby zu ihr kam, wurde ihr wieder weggenommen. "Das zerreißt einem fast das Herz", sagt sie. Weil es wie ein eigenes Kind geworden ist? "Das sind alles unsere Kinder!", antwortet Annegret Förster energisch, da gibt es keinen Unterschied: "Wenn sie krank sind, sorgen wir uns um sie, sie gehören zu uns." Stefan, Dominik, Florian und der 15-jährige Daniel, der auch schon bald sieben Jahre ein "Förster-Kind" ist, sagen schließlich auch "Mama" zu ihr. Die "Mama" ist inzwischen auch Oma, der siebenjährige Samuel und die neunjährige Antonia springen ebenfalls munter zwischen den "großen Jungs" herum. "Kinder halten jung", verrät Annegret Förster, "weil man auch nicht alt werden darf!" Die Nerven dazu hat sie, sie könnte nach eigener Aussage "auch zehn Kinder" um sich haben. Aber das alles ginge nicht, "wenn ich es nicht gern machen würde", sagt die Pflegemutter.
Die Pflegekinder jedenfalls sind gerne bei ihr. Nach der Eingewöhnungsphase, die" schon ein bisschen komisch war", wie Daniel gesteht, fühlen sich alle im Hause Förster pudelwohl. Dazu gehört auch, dass die Pflegekinder im Dorf voll integriert sind und äußerst tolerant aufgenommen wurden - offenbar leider eine Ausnahme, wie Annegret Förster berichtet. "Eine Bekannte in Ebern hat da leider massive Probleme", bedauert sie.
Und nun, da die "Kinder" aus dem Gröbsten raus sind, erwarten die Försters wieder "Pflegenachwuchs"? Mal schauen, ist die vorsichtige Antwort von Annegret Förster, doch "eigentlich kann ich es mir nicht ohne Kinder vorstellen." An Weihnachten sind sie dann auch alle wieder daheim versammelt, gemeinsam am Esstisch, nicht unterm Weihnachtsbaum. Den gibt es nämlich nicht bei Försters: "Wir haben keinen Baum", gesteht Annegret Förster, "für uns zählt an Weihnachten etwas anderes."
Hilfe für Kinder und Familien
Der "PFAD FÜR KINDER" feiert in den Haßbergen am Sonntag, 11. Juli, sein zehnjähriges Bestehen. Er ist ein Zusammenschluss von Pflege- und Adoptiveltern.
Von Beate Dahinten
Junkersdorf/Ebern - Fachliche Weiterbildung, Erfahrungsaustausch und Gemeinschaftserlebnisse - dazu haben sich bundesweit Pflege- und Adoptiveltern unter dem Namen "PFAD FÜR KINDER" zusammengeschlossen. Der Ortsverein Haßberge feiert am kommenden Wochenende sein zehnjähriges Bestehen.
"Wir wollen Kindern helfen, die nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können, Familien helfen, die diese Kinder bei sich aufnehmen, Öffentlichkeit, Juristen und Politiker für die Probleme dieser Kinder und ihrer Familien sensibilisieren." Das hat sich der Pfad auch im Landkreis Haßberge auf das Banner seiner Intemetseite geschrieben.
Der Pfad bietet Fachvorträge und -tagungen sowie Seminare an, bei denen sich Pflege- und Adoptiveltern weiterbilden können. Fachliteratur steht zum Ausleihen bereit. "Es kommen auch viele Anrufe, Leute fragen um Rat", sagt Ortsvorsitzende Annegret Förster (Junkersdorf an der Weisach). Zum Beispiel Paare, die ihr Pflegekind adoptieren wollen. "Da helfen wir schon, soweit wir können." Nicht zuletzt geht es darum, Pflegeund Adoptiveltern bei Problemen mit dem Jugendamt oder den Herkunftseltern zu unterstützen.
Die Gemeinschaft spielt ebenfalls eine große Rolle. Etwa bei den Familiennachmittagen des Ortsvereins alle zwei Monate im CVJMFreizeitheim in Altenstein.
"Wir wollen ein Treffpunkt für Pflege- und Adoptiveltern sein", merkt Schriftführer Jürgen Schwappach (Brünn) dazu an. Neue Interessenten "können einfach mal kommen" ohne dass sie Mitglieder sein müssen. Das gilt natürlich besonders für das große Fest am Sonntag, 11. Juli.
Wobei es den Verantwortlichen natürlich schon am Herzen liegt, dass sich die Mitgliederzahl erhöht. Eine bessere Lobby ist ein weiterer Wunsch von Förster und ihren Mitstreitern. "Wir wünschen uns, dass mehr Politiker hinter uns stehen, auch in unserer Region", sagt Förster. "Und dass nicht nur die landläufige Meinung vorherrscht, die haben Kinder und verdienen damit Geld"`, fügt Jürgen Schwappach hinzu.
Gemeinsame Aktivitäten wie die Familiennachmittage, Ausflüge oder Musical-Fahrten wirken sich auch auf die Pflege- und Adoptivkinder positiv aus. Die Jungen und Mädchen sehen, dass sie keine Einzelfälle sind, dass es andere Kinder mit ähnlichen Problemen gibt.
Und Probleme bringen Kinder, die aus ihren Herkunftsfamilien herausgenommen sind, sehr wohl mit, wie Annegret Förster betont. In der Regel benötigen sie psychologische Hilfe, viele von ihnen sind Opfer von Missbrauch geworden. "Entweder das Kind hat ein Problem, oder die Eltern", bringt es Jürgen Schwappach auf den Punkt.
Nirgends schöner als in Ebern"
Ebern - Advent und Weihnachten - ist es denn schon wieder soweit? Wem bisher dafür die notwendige Stimmung fehlte, der konnte sie am Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt in Ebern bekommen:
Ebern - Advent und Weihnachten - ist es denn schon wieder soweit? Wem bisher dafür die notwendige Stimmung fehlte, der konnte sie am Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt in Ebern bekommen: Tausende Menschen aus nah und fern waren in die Kleinstadt gekommen und bummelten bei milden Temperaturen und trockenen Fußes durch die Innenstadt und über den Marktplatz. Teilweise war das Gedränge so groß, dass es nur zentimeterweise vorwärts ging.
Eine Erklärung für so viel Besucheransturm wäre beispielsweise die, die Bürgermeister Robert Herrmann am Mittag bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes gemeinsam mit dem TWG-Vorsitzenden Günter Dietz parat hatte: Er habe bei der Internetsuchmaschine "Google" das Stichwort "Weihnachtsmarkt" eingegeben, berichtete der Bürgermeister, und es wurden 1,3 Millionen Einträge dazu angezeigt. Zweifelsfrei, war sich Herrmann sicher, sei der Eberner davon natürlich der schönste. Über so viele Gäste freute sich freilich auch Günter Dietz. Der Eberner Weihnachtsmarkt sei wohl einer der ältesten in der Region, sagte er. Ihn gibt es schon über drei Jahrzehnte.
Mehrere Musikgruppen unterhielten die Besucher auf der Bühne am Marktplatz, während sie sich bei Glühwein, Plätzchen, Bratwürsten, Suppen und allerlei anderen Köstlichkeiten stärken konnten, bevor schließlich an unzähligen Ständen ein reichhaltiges Angebot lockte. Im Heimatmuseum gab es eine Puppenausstellung zu sehen und es wurden Geschichten vorgelesen, während im Hof die Bläsergruppe unterhielt. Schön anzuschauen war auch die Krippenausstellung im Saal der Raiffeisenbank und die Krippe im Rathaushof.
Bericht: NP Coburg 30.11.2009
Presse 23.01.2008
Eine gesellschaftliche Aufgabe
PFAD FÜR KINDER macht auf die Situation von Pflegekindern und -familien aufmerksam
Pflegekinder auf ihrem Weg ins Erwachsenendasein zu begleiten, ist eine bedeutende gesellschaftliche Aufgabe. Darauf macht der „PFAD FÜR KINDER“ aufmerksam.
Die erschreckenden Nachrichten häufen sich in jüngster Zeit: Schlagzeilen über Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen, misshandeln oder sogar töten. Sie sind trauriger Hinweis auf die noch größere Zahl der Fälle, die gar nicht öffentlich werden. Wo das Dilemma erkannt wird, bevor es für die Kinder zu spät ist. Hier, jenseits der Berichterstattung, beginnt die Arbeit von Pflegeeltern. In Pflegefamilien bekommen diese Jungen und Mädchen die Chance, in einem gesunden Umfeld aufzuwachsen.
„Damit sind sie aber auch abhängig vom Wohlwollen der Gesellschaft“, sagt Tanja Scheffer-Baum. Die Heilpädagogin aus Ibind ist Vorsitzende der Ortsgruppe Haßberge vom „PFAD FÜR KINDER“, einem bundesweiten Zusammenschluss zur Unterstützung von Pflege- und Adoptiveltern. Ihren Worten zufolge darf die Begleitung von Pflegekindern nicht allein Sache der Pflegeeltern sein. Die Allgemeinheit müsse sich hier auch in ihrem eigenem Interesse engagieren. „Die Kinder müssen aufgefangen werden, damit sie ihren Platz in unserer Gesellschaft finden können. Wir sind alle mitverantwortlich!“
Das gilt beispielsweise für die Schule. „Die Pflegefamilien sind auf Unterstützung des pädagogischen Personals angewiesen“, betont Scheffer-Baum. Es sei wichtig, Verständnis für die Pflegekinder zu haben, sie zu unterstützen und falls nötig positiv auf die Klassenkameraden einzuwirken. Denn zum einen fehle Pflegekindern durch ihren Hintergrund oft Selbstvertrauen und soziale Kompetenz. Dadurch könnten sie leicht in eine Außenseiterrolle geraten. Zum anderen seien Probleme mit schulischen Anforderungen, etwa wegen einer Lese- oder Rechtschreibschwäche, Rechenschwäche oder ADS, die den Alltag erschwerten, zu beobachten,.
Ansonsten kann die Unterstützung der Gesellschaft einfach darin bestehen, den Einsatz von Pflegeeltern anzuerkennen. Das bringt Annegret Förster zum Ausdruck. Sie engagiert sich beim „PFAD FÜR KINDER“ als 2. Vorsitzende des Ortsvereins und ist selbst seit 13 Jahren Pflegemutti. Nach wie vor gebe es das Vorurteil „Man macht es nur für Geld“. Dabei brauchen Pflegekinder wegen ihrer Defizite besonders viel Förderung, Erziehung und Fürsorge. „Das kann man mit anderen Kindern überhaupt nicht vergleichen“, sagt die Junkersdorferin. Und sie muss es wissen. Hat sie doch vier Pflege- und vier eigene Kinder.
Die Diskussion um die ärztlichen Untersuchungen, durch die Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern rechtzeitig erkannt werden sollen, halten die beiden Vorsitzenden für unsinnig. „Es gibt Kinder, die bei allen Untersuchungen waren, und trotzdem misshandelt wurden“, sagt Annegret Förster. Das eigentliche Problem in solchen Fällen sei die Passivität im Umfeld der Familien. „Jeder hat´s gewusst, aber keiner hat reagiert, keiner hat sich getraut.“
Als Ursache für die familiären Probleme führt Tanja Scheffer-Baum die Überforderung vieler Eltern an. Die moderne Kleinfamilie sei sich selbst überlassen. Dies bringe viele Probleme mit sich. „Es sind keine bösen Eltern, sondern Menschen, die selber Probleme mitbringen, aber keine oder zu wenig Hilfe erfahren.“
Doch was auch immer die Hintergründe sind: „Das Kind ist es auf jeden Fall Wert, dass man ihm eine Chance gibt“, sagt Annegret Förster. Und bei all dem zusätzlichen Aufwand an Zeit und Kraft hat sie erfahren: „Es kommt auch viel zurück. Die Kinder hängen an einem, sagen Mama und Papa.“ Das gibt ihr auch eine Bestätigung. Und nicht nur das: „Im Endeffekt hat die Familie etwas davon, obwohl es am Anfang nicht einfach ist.“
Mit der Integration ihrer Pflegekinder im Ort hat Annegret Förster sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Kinder machen in verschiedenen Vereinen mit und auch die Nachbarn sind offen, was nicht von ungefähr kommt: „Ich habe sie von Anfang an mit reinschauen lassen und sie einbezogen.“ So ist es für alle ganz normal, dass die Försters viele Kinder haben. „Was uns nur noch unterscheidet, sind die Namen.“
PFAD FÜR KINDER
Der Verein „PFAD FÜR KINDER“ bietet Beratung, Weiterbildung und Fachtagungen für Pflege- und Adoptiveltern (daher die Bezeichnung PFAD) an und vertritt deren Interessen gegenüber Politik und Gesetzgebung. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Jugendämtern. Die Ortsgruppe Haßberge veranstaltet alle zwei Monate ein Treffen mit der Möglichkeit, sich auszutauschen. Dazu sind alle Interessierten willkommen. Weitere Informationen bei Annegret Förster, Tel. (0 95 35) 493 oder im Internet unter www.pfad-hassberge.de
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Neue Presse Coburg
Ausgabe Haßberge vom 19. Juli 2007
Jugendhilfeausschuss------------------------------------------------------------------------------
Großtagespflege nur mit Qualitätsstandard möglich
Befürchtungen, dass eine Konkurrenz für kleine Kindergärten kommen könnte
Für die Tagespflege gibt es nun auch im Landkreis verbindliche Richtlinien. Damit wird ein einheitlicher Vollzug gewährleistet.
HASSFURT - In den letzten Jahren hätten sich die Tagespflegefälle, die über das Jugendamt gefördert wurden, zwischen 15 und 20 Fällen bewegt, aktuell würden fünf Kinder in Tagespflege gefördert, erläuterte die Leiterin des Jugendamtes, Adelinde Friedrich, in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Dienstagnachmittag im Landratsamt. Eine Fördervoraussetzung sei u. a. die Qualifizierung der Tagespflegepersonen. Zwischenzeitlich seien über das Jugendamt vier Frauen für die Tagespflege qualifiziert worden, am derzeit laufenden Kurs würden fünf weitere Frauen teilnehmen. „Eine Tagesmutter ist aufgrund ihrer Ausbildung als Erzieherin qualifiziert. Ein flächendeckendes Angebot gibt es hier noch nicht, dies ist aber bei entsprechender Nachfrage ein Ziel für die nächsten Jahre", sagte Adelinde Friedrich. Richtlinien beschloss der Ausschuss auch für die Großtagespflege im Landkreis. Während im Rahmen der Tagespflege eine Person maximal fünf Kinder gleichzeitig in ihren Räumen betreuen könne, seien es bei der Großtagespflege bis zu zehn Kindern in angemieteten Räumen. „Diese Großtagespflege kann unter Umständen einer Alternative für eingruppige Landkindergärten im Landkreis sein, wenn bei nachlassenden Kinderzahlen diese nicht mehr als Einrichtung gefördert werden können", meinte Friedrich. Derzeit liege dem Jugendamt ein Antrag auf Einrichtung einer Großtagespflege vor, für die ein fest umrissener Qualitätsstandard vorhanden sein müsse. Das bedeute auch zwei Tagesbetreuungspersonen. Caritas-Geschäftsführerin Anke Schäflein meinte, dass solche Einrichtungen nicht gefördert werden sollten, könnten sie doch in Konkurrenz zu Kindergärten treten. Gleicher Meinung war Kreisrat Klemens Albert. Er sah die Gefahr, dass Kinderbetreuungseinrichtungen allein aus finanziellen oder weltanschaulichen Gründen betrieben werden könnten. Und einen gewissen Heiterkeitserfolg verbuchte Albert hinsichtlich seiner Bemerkungen zur räumlichen Größe einer Großtagespflege. Nach den Heimrichtlinien müssten nämlich ein 20 Quadratmeter großer Ruheraum und ein 35 Quadratmeter großer Spiel-/Toberaum vorhanden sein. „Statt Tobebereich sollte man das Bewegungsbereich nennen, da denken doch die Kinder, die müssen herumtoben", meinte er. Jugendamtsleiterin Adelinde Friedrich konnte diese Bedenken allerdings gleich zerstreuen: „Die wenigsten Kinder werden doch diese Richtlinien lesen", war sie sich unter dem Schmunzeln der Ausschussmitglieder sicher. Ob Kommunen für die Großtagespflegeeinrichtungen eine Bedarfsanerkennung aussprechen müssen, wollte Kreisrätin Elisabeth Endreß wissen. „Das müssen sie", antwortete Adelinde Friedrich. Landrat Rudolf Handwerker leitete die Sitzung mit einem Dank an den Kreisjugendring für die Durchführung der Aktion „Drei Tage Zeit für Helden" ein. 440 Jugendliche hätten sich im Landkreis beteiligt, „die waren mit einer unglaublichen Begeisterung dabei, die Projekte waren sehr geschickt ausgewählt, das war eine super Sache", sagte er. Den Dank erwiderte KRJ-Vorsitzender Michael Waldhäuser mit zwei Erinnerungsfotos. Er überreichte sie Landrat Handwerker dafür, dass er diese Aktion in ganz hervorragender Weise unterstützt habe.
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Betriebsmittel für guten Zweck unter dem Hammer
Uponor - Haßfurter Unternehmen führte Versteigerung durch - je 1250 Euro bekamen Lebenshilf und PFAD FÜR KINDER gespendet.
Spenden und Sammlungen für gemeinnützige Organisationen sind immer eine gute Sache. Bei Uponor in Haßfurt hat man sich auch in diesem Jahr wieder überlegt, nicht mehr benötigte Betriebsmittel nicht zu "verschrotten", sondern im Rahmen einer Spendenaktion an interessierte Mitarbeiter abzugeben und den gesammelten Geldbetrag zwei gemeinnützigen Vereinen aus der Region zukommen zu lassen.
Das höchste Gebot zählte
Gesagt, getan. Mitte November war es dann soweit: Diverse gebrauchte Artikel aus dem Betriebsbestand wie Computer, EDV-Zubehör, Kleinmittel, Faxgeräte, Bücher und vieles mehr kamen "unter den Hammer". Alle Mitarbeiter/-innen von Uponor konnten durch die zum Verkauf angebotenen Artikel stöbern und bei Interesse in einer Liste eintragen, welche Summe sie für den entsprechenden Gegenstand spenden wollen. Der- oder diejenige, der/die den höchsten Betrag für den Artikel zu spenden bereit war, erhielt letztendlich den Zuschlag und konnte den Artikel mit nach Hause nehmen.
Insgesamt kam eine beträchtliche Summe an Spendengeldern zusammen, die die Uponor-Geschätsleitung großzügig auf volle 2500 Euro aufrundete. Dieser Betrag wurde jetzt pünktlich zum ersten Advent zu gleichen teilen an Vertreter der beiden gemeinnützigen Organisationen Lebenshilfe Augsfeld und "Pfad für Kinder e.V" Haßberge übergeben.
Die Lebenshilfe Augsfeld wird die Spende für die Modernisierung des Werkstattbereichs einsetzten. "Auch wenn wir schon viel Geld investiert haben, langt das Geld leider hinten und vorne nicht. Wir werden die 1250 Euro nutzen, um einige Verschönerungen, wie neue Lampen etc. zu realisieren", erzählte Werkstattleiter Paul Dient bei der Spendenübergabe.
Es freut uns besonders, dar wir auch der Lebenshilfe in diesem Jahr wieder eine Spende zukommen lassen können", so Thomas Stadelmann.
Inzwischen verbindet unsere Organisationen fast eine Freundschaft, die in vielen gemeinsamen Aktionen mündet: Seien es Arbeiten, die von Uponor an die Lebenshilfe gegeben werden, gemeinsame Veranstaltungen, wie Schwimmwettbewerbe, oder der Besuch unserer Azubis bei der Lebenshilfe. Letztendlich gewinnen beide Seiten."
80 Kinder werden betreut.
Der PFAD FÜR KINDER e. V. Haßberge ist ein Zusammenschluss von Pflege- und Adoptivfamilien sowie Bewerbern um ein Pflege- oder Adoptivkind. "Derzeit werden rund 80 Kinder im Landkreis betreut", weiß Annegret Förster, Vorsitzende des Vereins, zu berichten. "Wir wollen Hilfestellung bei allen Fragen rund um Pflege und Adoption bieten. Ganz wichtig ist es uns auch, die Selbstständigkeiit der Pflegekinder, die teils aus zerrütteten Familien kommen, zu fördern. Den von Uponor gependeten Betrag wollen als Zuschuss für diese Jugendlichen verwenden, die gerade ihren Führerschein machen und darauf angewiesen sind."
ARD-Themenwoche "Kinder sind Zukunft"
Tag der offenen Tür - Samstag, 14. April 2007
Sehr geehrte Damen und Herren,
unter dem Motto „Kinder sind Zukunft“ wird die ARD vom 14. bis 21. April 2007 in all ihren Hörfunk- und Fernsehprogrammen das Thema „Familie und Kinder“ in den Mittelpunkt stellen. Bundespräsident Horst Köhler hat die Schirmherrschaft für diese ARD-Themenwoche übernommen.
Den Auftakt der Themenwoche bildet ein deutschlandweiter gemeinsamer Aktionstag „Kinder sind Zukunft“, der als Tag der offenen Tür Menschen in ganz Deutschland dazu bewegen soll, sich mit diesem Motto auseinander zu setzen. Ziel dieses bundesweiten Tages der offenen Tür ist es, dass sich auf regionaler und lokaler Ebene möglichst viele Einrichtungen präsentieren, an welche sich interessierte Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen und Fragen rund um das Thema „Kinder“ wenden können. Organisation und Inhalt des Tages der offenen Tür liegen vollständig im Verantwortungsbereich des jeweiligen Trägers der Einrichtung. Das Vorhaben, Kindern in einer Sendewoche einen thematischen Schwerpunkt einzuräumen, begrüße ich sehr. Gerne habe ich mich deshalb bereit erklärt, die begleitende Aktion „Deutschland – Tag der offenen Tür“ zu unterstützen. Es würde mich sehr freuen, wenn sich auch Ihre Organisation oder Einrichtung an dem Deutschlandtag beteiligen könnte. Die ARD stellt unter der Internetadresse http://www.daserste.de/Kinderaktion ein Anmeldeformular zur Verfügung, auf dem Sie sich eintragen können. Für Ihren Eintrag geben Sie bitte folgendes Passwort ein: tdot-2007-kinderaktion.
Seitens der ARD werden die Anmeldungen gesammelt und an die regional zuständigen Landesrundfunkanstalten weitergeleitet, die die Informationen in den Programmen und Pressemitteilungen verarbeiten. Anmeldeschluss ist der 09. Februar 2007. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen unter der Adresse www.stmas.bayern.de/familie/kinderaktion.htm.
Für die sehr kurze Fristsetzung, auf die ich keinen Einfluss habe, bitte ich um Ihr Verständnis.
Der „Deutschland – Tag der offenen Tür“ gibt allen kinder- und familienbezogenen Einrichtungen eine sehr gute Gelegenheit sich zu präsentieren. Machen Sie mit.
Mit freundlichen Grüßen
Christa Stewens
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Pressemitteilung
Aichach, den 18.Oktober 2006
Welche Fördermöglichkeiten bietet das bayerische Schulsystem leistungsschwachen und sozial schwierigen Schülerinnen und Schülern?
Mit dieser Frage beschäftigten sich auf Einladung von PFAD FÜR KINDER Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Bayern e. V. über 100 Expertinnen aus ganz Bayern bei einer Fachtagung in Hallstadt bei Bamberg. Über Fördermöglichkeiten im bayerischen Schulsystem referierte Dr. Ulrich Seiser, Ministerialrat im bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Auf der anschließenden Podiumsdiskussion zu der Frage „Schulsystem heute – Wo finden unsere Pflege- und Adoptivkinder ihren Platz?“ stellte sich Dr. Seiser den Fragen und Positionen von Klaus Wenzel (Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband BLLV), Ursula Walther (Bayerischer Elternverband BEV), Mitarbeiterinnen der Jugendhilfe, Lehrkräften und zahlreich anwesenden Eltern. Dagmar Trautner, Vorsitzende von PFAD FÜR KINDER, betonte, wie wichtig es sei, Lehrerinnen Kenntnisse über die besondere Lebenssituation dieser oft entwurzelten Kinder zu vermitteln. Dem Leistungsdruck, unter dem heute alle Schüler und Schülerinnen stehen, sind Pflege- und Adoptivkinder selten gewachsen. Die schulischen Schwierigkeiten dieser Kinder (Konzentrationsschwächen, Lernschwierigkeiten und Auffälligkeiten im Sozialverhalten) unterscheiden sich in ihrem Erscheinungsbild oft kaum von denen anderer Kinder in schwieriger familiärer Situation; die Ursachen dieser Schwierigkeiten sind jedoch spezifischer Art. Viele waren schon früh in ihrem Leben traumatischen Erfahrungen ausgesetzt. So berichtete eine Pflegemutter, dass ihre Tochter, vom Lehrer auf ihre Unaufmerksamkeit angesprochen, meinte, sie müsse gerade an Wichtigeres denken! Die psychischen Belastungen dieser Kinder, die aus vielfältigen Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können, sind häufig so groß, dass es ihnen auch bei guter Intelligenz nicht möglich ist, erfolgreich in der Schule zu sein. Auch wenn sich Pflege- und Adoptiveltern intensiv um die Förderung der ihnen anvertrauten Kinder kümmern, meistern nur wenige Pflege- und Adoptivkinder die Schule. Das bayerische Schulsystem bietet zwar theoretisch viele gute Fördermöglichkeiten, die jedoch - nach Erfahrung von Eltern und Lehrerinnen – in der Realität u. a. an der mangelnden finanziellen und personellen Ausstattung von Schulen scheitern sowie an einer unzureichend pädagogisch und psychologisch orientierten Lehrerausbildung. Zudem sorgt unser auf Leistung und Auslese basierendes Schulsystem bei schwächeren Schülerinnen für ständige Frustrationen, anstatt sie zu motivieren und zu integrieren. So wird Adoptiv- und Pflegeeltern geraten, immer wieder das Gespräch mit den Lehrkräften zu suchen und bei Bedarf auch die sie betreuenden JugendamtsmitarbeiteriInnen einzubinden. Ein positives Ergebnis dieser Tagung ist die Einladung des BLLV und BEV an PFAD FÜR KINDER, dem Forum „Bildungspolitik in Bayern“ als neue Mitgliedsorganisation beizutreten. Ebenso soll das Thema „Pflege- und Adoptivkinder“ in Lehrerausbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen Eingang finden. Über können interessierte Lehrerinnen, die sich über die besondere Situation von Kindern in schwieriger familiärer Lage informieren wollen, speziell für sie konzipiertes Informationsmaterial ersehen und bestellen, das auch hilfreich für den Umgang mit Kindern aus Scheidungs- und Patchworkfamilien sein kann. PFAD FÜR KINDER bietet mit seinen 30 bayerischen Ortsgruppen Information, Beratung und Fortbildung für Pflege- und Adoptivfamilien, Bewerber um ein Pflege- oder Adoptivkind, Fachkräfte der Jugendhilfe und interessierte Personen aus Politik und Gesellschaft. Der Verband setzt sich aktiv und auf allen politischen Ebenen für die Interessen der Pflege- und Adoptivkinder und ihrer Familien ein.
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